Grundlagen

Warum dein Marktplatz kein Shop ist.

Suche, Kategorien, Warenkorb: Von außen sieht dein Marktplatz aus wie ein Shop. Dahinter funktioniert er grundverschieden. Wenn du das früh weißt, planst du an den richtigen Stellen.

Ein Marktplatz ist kein Shop.

In einem Shop verkaufst du deine eigene Ware. Auf einem Marktplatz verkaufen viele — du stellst den Ort, machst die Regeln und sorgst dafür, dass beide Seiten sich darauf verlassen können. Du entscheidest, wer anbieten darf, was in einem Angebot stehen muss, wie abgerechnet wird und was passiert, wenn etwas zurückkommt.

Shop
Marktplatz
Wer verkauft
Du
Viele Anbieter, die du hereinlässt
Woran du verdienst
An der Marge
An der Vermittlung
Was mitwächst
Dein Lager
Dein Angebot, ohne dein Lager
Was du betreibst
Einen Laden
Einen Markt: Regeln, Abrechnung, Streitfälle
Drei Seiten

Dein Marktplatz muss drei Seiten überzeugen.

Käufer, Anbieter und du selbst: Dein Marktplatz trägt sich erst, wenn alle drei etwas davon haben. Fällt eine Seite weg, bleiben die anderen auch nicht.

  1. Käufer

    Finden

    Viele Anbieter an einem Ort. Angebote lassen sich vergleichen, Preise und Konditionen werden sichtbar.

  2. Anbieter

    Verkaufen

    Kunden, die schon suchen. Reichweite, ohne selbst einen Shop bauen und bewerben zu müssen.

  3. Du

    Betreiben

    Ein Angebot, das wächst, ohne dass du einkaufst oder lagerst. Du verdienst an der Vermittlung.

Was daraus folgt

Sechs Aufgaben, die auf dich zukommen.

  1. 01

    Du brauchst beide Seiten zugleich.

    Käufer kommen, wenn es Angebot gibt. Anbieter kommen, wenn es Käufer gibt. Du entscheidest, welche Seite du zuerst gewinnst und womit du sie hältst, bis die andere da ist. An dieser Frage scheitern die meisten Marktplätze.

  2. 02

    Du verdienst nur, wenn der Abschluss bei dir passiert.

    Deine Einnahme ist ein Anteil an einem Geschäft zwischen zwei anderen. Sobald Käufer und Anbieter sich kennen, können sie ohne dich weitermachen. Provision, Gebühr pro Inserat, Paket oder bezahlte Sichtbarkeit: Was funktioniert, hängt daran, was beide Seiten bei dir hält.

  3. 03

    Die Ware gehört dir nicht, der Ruf schon.

    Du hast nie in der Hand, was verkauft wird. Wenn ein Anbieter schlecht liefert, landet die Beschwerde trotzdem bei dir. Deshalb legst du fest, wer anbieten darf, welche Nachweise nötig sind und was in jedem Angebot stehen muss.

  4. 04

    Das Geld fließt durch dich hindurch.

    Ein Kauf, mehrere Empfänger: der Anbieter, deine Provision, vielleicht der Versand. Geld für andere anzunehmen und weiterzuleiten ist reguliert. Dafür gibt es Zahlungsdienstleister für Marktplätze, die Aufteilung, Auszahlung und die Prüfung der Anbieter übernehmen.

  5. 05

    Streitfälle gehören zum Produkt.

    Rückgabe, Reklamation, geplatzter Termin: Der Vertrag besteht zwischen Käufer und Anbieter, aber beide erwarten, dass du regelst, was dann passiert. Wer das vorher festlegt, entscheidet nicht jeden Fall einzeln.

  6. 06

    Du hast Pflichten als Plattform.

    Wer fremde Angebote vermittelt, hat eigene Pflichten: einen Meldeweg für rechtswidrige Angebote, je nach Größe die Prüfung der Anbieter und in vielen Fällen eine jährliche Meldung der Verkäufe an das Finanzamt. Welche dich treffen, hängt an deinem Modell.

Klingt schwierig? Keine Sorge, wir lassen dich damit nicht allein, sondern helfen dir, ein erfolgreiches Marktplatz-Business auf die Beine zu stellen.

Was gehandelt wird, entscheidest du.

Physische Waren
Versand aus dem Lager
Digitale Produkte
Download oder Lizenz
Dienstleistungen
Termin buchen, vor Ort oder remote
Abonnements
Wiederkehrend abgerechnet
Bundles
Mehrere Positionen, ein Paketpreis
Anfragen statt Sofortkauf
Käufer fragt, Anbieter bietet an

Und sie lassen sich bündeln. Ein Satz Reifen und die Montage dazu. Pflanzkübel, die Lieferung und das Einpflanzen — drei Positionen, ein Paketpreis, ein Kauf.

Auch deine eigene Rolle ist eine Einstellung: Du kannst den Katalog führen und die Preise setzen — oder beides den Anbietern überlassen.

Begriffe

Shop, Plattform, Portal, Store.

Im E-Commerce werden die Begriffe nicht einheitlich benutzt. Plattform ist der Überbegriff. Was du baust, ist die Plattform, die Angebot und Nachfrage zusammenbringt.

BegriffWas es istDein Marktplatz
Online-ShopEin Verkäufer präsentiert und verkauft eigene Produkte oder Leistungen. Betrieben meist von Händlern oder Herstellern, für Privatkunden oder Unternehmen.Viele Verkäufer statt einem
PlattformÜberbegriff für Software im Browser. Sie verteilt Inhalte, vereinfacht Kommunikation, verwaltet Daten oder vermittelt Angebot und Nachfrage.Eine Plattform mit genau einer Aufgabe: vermitteln
PortalEine Sammlung von Informationen und Diensten, etwa Nachrichten, Suche oder soziale Netzwerke. Oft ohne Verkaufsabsicht.Vermittelt mit Gewinnabsicht
StoreDas Ladengeschäft vor Ort. Mit Online-Shop und Marketing verknüpft wird daraus Omni-Channel.Eher Kaufhaus oder Wochenmarkt

Ausführlich im Blog der wunschlösung: Der Unterschied zwischen Online-Marktplätzen, Shops, Portalen, Plattformen und Stores

Deine Rolle

Du bestimmst, wie viel Markt du machst.

Zwischen eigenem Angebot und reiner Vermittlung liegt ein Spektrum. Wo du startest, entscheidet, wie schnell Käufer etwas finden und wie viel du selbst trägst.

  1. 01

    Du bist selbst der erste Anbieter

    Du startest mit eigenem Angebot und holst weitere Anbieter dazu. Käufer finden vom ersten Tag an etwas, der Markt wächst nach.

  2. 02

    Du führst den Katalog, Anbieter liefern

    Produkte und Preise legst du fest, Anbieter melden, was sie liefern können. Für Käufer bleibt alles einheitlich.

  3. 03

    Die Anbieter übernehmen

    Anbieter legen eigene Angebote an und setzen eigene Preise. Du machst die Regeln und verdienst an der Vermittlung.

Und deiner?

Finde heraus, wie dein Marktplatz gebaut ist.

Rund zehn Minuten. Am Ende stehen ein klickbarer Entwurf und ein Steckbrief, der zeigt, wo dein Vorhaben stark ist und wo es wackelt.